Autorenleben

Ich gestehe feierlich, ich bin ein Tunichtgut

Ich auf dem Balkon in der Sonne
Ein neuer Balkon, eine alte Verführung … und Computer fühlen sich einfach nicht wohl in der Sonne.

Und ein Chaot.

Wenn ich gesagt habe, ich mache das, dann mache ich es auch. Nur vielleicht später als geplant. Langsamer. Dafür gründlich.

Und ich schreibe das auch auf die Gefahr hin, dass aktuelle oder zuküftige Arbeitgeber das lesen. Denn ich schäme mich nicht dafür. Ich bin ein Mensch, kein Roboter. Und Menschen machen Fehler.

Die aktuelle Arbeitswelt tut ohnehin viel zu oft so, als könnte jeder Mensch ständig hundert Prozent leisten. Dabei haben selbst die sogenannten Gesunden Tage, an denen es eher achtzig sind, erstrecht wenn mensch immer gezwungen ist, hundertfünfzig zu leisten. Es hat doch jeder sein Päckchen zu tragen, Diagnose hin oder her. Rückenschmerzen, Liebeskummer, Depression. Alles eine Frage von Abstufungen.

Bei mir sind es oft auch mal nur fünfzig Prozent, mal nur zehn. Dann mache ich Yoga, lese ein gutes Buch, esse Pizza. (In dem Fall sogar mit echtem Käse und totem Tier.) Und dann wieder „opfere“ ich meinen Abend oder mein Wochenende, um das Versäumte aufzuholen. Was bedeutet schon ein Sonntag. Einfach nur ein weiterer Tag, um zu leben.

Denn ich lebe nicht erst nach der Arbeit. Ich lebe bei der Arbeit. Ich mache lieber jeden Tag eine Pause, als zwei Tage am Stück nichts zu tun. Ich lese lieber auf dem Balkon einen Reisebericht und vergesse meine Unterrichtsplanung, als in den Ferien völlig ausgepauert in den Urlaub zu fliegen.

Ich fliege ohnehin nicht, aber das ist ein anderes Thema.

Ich habe Glück. Als Lehrerin/Dozentin/Cookiebäckerin/Schriftstellerin/Bloggerin/Lektorin kann ich mir oft aussuchen, wann ich arbeite. Solange ich zu meinen feststehenden Unterrichtsstunden erscheine. Nicht jeder hat dieses Glück.

Aber wenn gerade ein Schultag ein zehn-Prozent-Tag ist? Ich würde dann gerne einfach zu Hause bleiben. Am nächsten Tag bin ich wieder bei mindestens achtzig. Aber ich muss zum Arzt und der schreibt mich gleich eine ganze Woche krank. Weil der Arbeitsmarkt den Arbeitnehmern nicht traut. (Leider viel zu oft zu recht.) Und dann liege ich zu Hause und mache mir achtzig Prozent Sorgen, wie ich die verlorene Woche wieder aufholen soll, es gibt so viele Ferien, so wenige Stunden und Ethik ist ein wichtiges Unterrichtsfach, auch wenn viele Eltern das anders sehen.

Und kann noch nicht mal die zwangsfreie Woche zum Schreiben nutzen, weil ich mit michsorgen beschäftigt bin. Deshalb die lange Blogpause.

Und so mäandert ein weiterer Text knapp am Thema vorbei, nur um zu sagen, ich lebe noch, ich schreibe noch. Ich habe einen Roman gepitcht, an einem Literaturslam teilgenommen, geheiratet (my big gay wedding =)), ein Schuljahr abgeschlossen. Ganz bald sind Ferien. Dann gibt es wieder mehr.

Und bis dahin: Genießt die Sonne, cremt euch gut ein, esst Blumen, und
lest! schreibt! lebt!

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