Everyday Writing Challenge · Gegen das Sommerloch

Erzwungenes Glück

Ich auf dem Balkon in der Sonne

Können wir uns selbst zu unserem Glück zwingen? Kann Selbstfürsorge funktionieren, wenn wir uns dazu zwingen müssen?

Nach nur einer Woche meiner Every-Day-Writing-Challenge kann ich das Fazit ziehen: Ich bin nicht gut darin. Meine Schulverpflichtungen in der letzten Woche waren gering, obwohl die Ferien erst am Donnerstag begonnen haben. Tatsächlich waren Donnerstag und Freitag durch eine Fortbildung am stärksten verplant. Und dennoch habe ich nicht jeden Tag geschrieben.

Wissens-Motivations-Lücke

Ich weiß, dass es mir gut tun würde, wenn ich jeden Tag schriebe, genauso wie mir tägliches Yoga gut tun würde. Schreiben und Yoga macht mich glücklich, während ich es tue. Und dennoch kann ich mich nicht immer motivieren.

Macht es dann Sinn, mich zu zwingen? Schließlich will ich mir doch selbst etwas Gutes tun. Und wenn ich gerade eher Lust habe, zum zwanzigsten Mal die Big-Bang-Theory zu gucken und Chips zu essen? Danach geht es mir vielleicht schlecht, weil ich mich träge und dick fühle und denke, ich hab schon wieder nichts geschafft. Aber ist das nicht eher mein Perfektionismus, der sich zu Wort meldet, und nicht ein gesundes Selbstgefühl?

Selbstfürsorge bis zur Selbstoptimierung

Auch Selbstfürsorge kann zur Selbstoptimierung werden. Wir wollen uns nicht etwas Gutes tun, weil wir uns lieben und es wert sind. Sondern wir müssen, weil wir produktiver sind, wenn wir ausgeruht sind. Achtsamkeit nicht um der Achtsamkeit willen, sondern um weniger häufig krank zu sein.

In unserer Gesellschaft, in der es allzu oft um Produktivität und Vermarktbarkeit geht, ist es gar nicht so einfach, dieser Selbstoptimierungsfalle zu entgehen. Ein Grund mehr, darum zu wissen. Und wenn ich es das nächste Mal doch schaffe, meinen Morgengruß zu machen, frage ich mich, ob ich Yoga mache, weil es mir dann besser geht, oder weil ich mir einen flacheren Bauch wünsche. Was okay ist. Aber nicht zum Zwang werden sollte.

Denn natürlich will ich mich auch selbst optimieren. Ich will meinen Roman fertig schreiben. Und dafür muss ich mich mal zwingen. Aber heute ist Sonntag. Und wenn mir danach ist, werde ich mit meinem Buch und einem dritten Kaffee im Bett bleiben. Weil ich es wert bin.

In diesem Sinne: Genießt die Ruhe, gönnt euch, worauf auch immer ihr Lust habt, und
lest! schreibt! lebt!

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