Everyday Writing Challenge · Gegen das Sommerloch · Schreiben als Selbstfürsorge

Ein leichterer Einstieg – Schreibübungen

unaufgeräumter Schreibtisch mit Tastatur, Teetopf, Tasse, Stiften

Schreibübungen zu bearbeitet bietet sich für jene Schreiber*innen besonders an, die nicht so gut „aus dem Nichts“ schaffen können, auch wenn wir gesehen haben, dass dies auch keine Zauberei darstellt. Und auch ich übe mich gerne an den ein oder anderen Aufgaben, es schult die Kreativität und Spontanität, mal nicht nur den eigenen Gedanken zu folgen.

Selbstzweck oder Training?

Dabei eignen sich Schreibübungen nicht „nur“ dafür, mit seiner Fantasie zu spielen und Spaß zu haben – was natürlich ein ausreichender Grund ist – sondern können auch Ideen liefern für neue „ernsthafte“ Projekte oder zur Arbeit am aktuellen Projekt genutzt werden.

Nur damit wir uns richtig verstehen – ich bin durchaus dafür, einfach nur so zu schreiben. Weil es Spaß macht. Weil es (vielleicht) gesund ist (einige Studien deuten darauf hin). Aber auch professionelle Autor*innen veröffentlichen nicht alles, was sie schreiben. Auch veröffentlichte Schriftsteller*innen müssen ihre Fantasie trainieren wie einen Muskel, damit sie nicht in gewohnten Bahnen einrosten (was sich in der Verlagslandschaft alt zu oft zeigt, weil den Autor*innen nicht mehr die Zeit zum Spielen bleibt, wenn sie zwei Bücher im Jahr schreiben müssen, um davon leben zu können. Aber das ist ein anderes Thema.)

Und geht es hier nicht darum, vermarktbar zu schreiben. Schon an den Markt zu denken und den inneren Kritiker scharf zu schalten, ist das Gegenteil von Selbstfürsorge. Aber für alle von euch, die nicht gut darin sind, etwas „Sinnloses“ zu tun – vielleicht wird ja mal was Veröffentlichwürdiges daraus. Meine diese Woche gepostete Schreibübung gefällt mir zum Beispiel so gut, dass ich sie in der ein oder anderen Weise bestimmt noch mal ausarbeiten werde.

Erstmal hat es aber sehr gut getan, es zu schreiben.

Schreibgruppen? Bücher? Internet?

Und wo kriegt ihr die Schreibübungen nun her? (Außer hier natürlich.)

Eine gute Quelle, die Schreibübungen gleich mit etwas sozialem Druck verbindet und euch davon abhält, nur die Aufgaben auszusuchen, die zu euren gewohnten (Schreib-)Bahnen passen, sind Schreibgruppen. Da dies ein großes Thema ist, werde ich mich dem in zwei Wochen noch einmal in einem eigenen Beitrag widmen.

Doch wenn es bei euch keine passenden Angebote gibt und ihr euch selbst motivieren könnt, bleiben euch noch zwei Bereiche – Bücher und das Internet. Alles findet man im Internet. Doch die Suche ist durchaus anstrengend. Die Suchmaschine ecosia.org spukt mir z.B. beim Stichwort „Schreibübungen“ 197.000 Ergebnisse aus. Einige davon Anzeigen, die Bücher verkaufen wollen, viele Schreibübungen für Grundschüler*innen, manche Übungen zum 10-Finger-System.

Natürlich auch Kreative Schreibübungen für Erwachsene. Und da geht die Unterscheidung gleich weiter.

Wozu eigentlich?

Schreibübungen für Menschen, die gern veröffentlichen wollen. Übungen, bessere Romane zu schreiben (oft gleich mit einem Hinweis auf ein eBook oder einen Kurs, den mensch unbedingt kaufen soll). Schreibübungen für die Seele, Übungen zum Tagebuchschreiben und Journaling. Sich da durchzukämpfen mag den ein oder die andere abschrecken. Mich schreckt es ab.

Ich habe Dinge gerne gesammelt, ich habe gerne Bücher. Z.B. arbeite ich schon eine ganze Weile mit „Schreiben als Selbstcoaching“ von Silke Heimes. Das trainiert nicht gerade die Fantasie, aber auch hier muss mensch das bewusste Denken loslassen, um zu Selbsterkenntnis zu kommen. So mancher Knoten in meinem Kopf ist dadurch schon geplatzt.

In meinen Kursen arbeite ich jedoch meist mit ganz simplen Übungen und ein paar selbsterdachten Schreibspielen. So werden analog (wenn auch genau spiegelverkehrt) zum bekannten Brettspiel Cloedo Täter*in, Tatort und Tatwaffe vorgegeben und die Schreibenden entwickeln dazu die Geschichte. Oder – wie bei Dungeons & Dragons – entscheidet der Würfel über die nächste Wendung der Geschichte, ich als Spielleiter gebe mit den verschiedenen Würfelmöglichkeiten nur den Rahmen vor.

Manchmal werfe ich auch nur ein oder mehrere Wörter als Thema in den Raum. Das könnt ihr ganz einfach zu Hause nachmachen, indem ihr euch entweder von anderen ein Wort geben lasst oder ein Glas mit Zettelchen auf eurem Schreibtisch habt, aus dem ihr bei Bedarf zieht. Auch Satzanfänge oder erste Sätze sind gute Impulsgeber.

Und zum Schluss: ich markiere meine Schreibübungen immer mit dem Hashtag #Schreibübung. Wenn ihr eine tolle Übung habt, die ihr mit mir teilen wollt, macht das doch auch, gerne mit einer Ergänzung #SchreibübungRoman oder #SchreibübungSelbstfürsorge. Vielleicht kommt dadurch ein bisschen Struktur in diesen Onlinejungle.

Aber bis dahin, probiert was aus und habt Spaß dran und vor allem
lest! schreibt! lebt!

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