Everyday Writing Challenge · Gegen das Sommerloch

Musik und Mama

Ich auf dem Balkon in der Sonne

Dieser Beitrag ist vorbereitet. Denn in diesem Moment liege ich noch mit meiner Frau im Bett, um bald mit meinen Eltern ausgiebig zu frühstücken und dann in ihrem Garten die Füße hochzulegen.

Vermutlich träume ich gerade vom P!nk-Konzert, dass ich am Freitag erleben durfte. In dem Moment, in dem ich diesen Beitrag schreibe (bei einem Kaffee mit Hafermilch und einem veganen Cookie in einem süßen kleinen Laden in Magdeburg), kann ich mir nicht mal in Ansätzen vorstellen, was für ein Erlebnis das gewesen sein wird.

Und darum wird es heute gehen: Um (Live-) Musik und Urlaub im Hotel Mama. Der nicht nur deshalb mein Lieblingsurlaub ist, weil er so schön günstig ist und nahezu klimaneutral ist.

Singen ist gesund

Musik (besonders live) ist so ziemlich der einzige Moment, in dem Leben nicht wehtut. In dem Ichsein nicht wehtut. Weil ich gar nicht ich bin. Wenn ich tanze, lasse ich meinen Körper völlig los, bin nur noch Körper. Keine Gedanken, weder positive noch negative, die durch meinen Kopf reisen und sich streiten. Meistens mag ich es, dass mein Gehirn vor Ideen überkocht und wie ein Flipperautomat überall an Gedanken anstößt, sie zum Schwingen bringt. Aber es ist doch mal ganz entspannend, den ganzen Wahnsinn ausblenden zu können.

Und bei Mama bin ich dann nur Geist. Ein Ort und Menschen, mit denen ich so vertraut bin, dass ich ohne Kommentar ich sein kann, ohne Rolle, ohne Mimik. Natürlich kann ich das auch in meiner eigenen Wohnung mit meiner Frau, aber da ist immer noch Geschirr zu spülen oder ein Regal abzustauben. Bei Mama ist es ja nicht mein Haushalt, und wenn ich das Geschirr wegräume, dann um Mama zu helfen, nicht, weil ich muss.

Ein kleines Paradies

Magdeburg ist eine ziemlich grüne Stadt. Der Blick von meinem Schreibtisch geht in (momentan) dicht belaubte Bäume, in denen ich Spechte und Tauben beobachten kann, und am Himmel kreisen die Schwalben. Aber dennoch genieße ich es sehr, im Garten meiner Eltern zu sitzen, diesem kleinen Flecken grün, in dem ich meine ersten Schritte gemacht und diverse Sommerferien faul herumgelegen habe.

Wer einen eigenen Garten hat, kann nicht verstehen, was dieser Garten mir bedeutet, weil er/sie nicht erst eine Zug- oder Autobahnstunde auf sich nehmen muss, um den Garten zu erreichen. Wer auf dem Land lebt, wird nicht verstehen, dass ich diesen Garten in der Einflugschneise des Braunschweiger (nicht mehr nur Forschungs-)Flughafens als ruhig empfinde. Aber es ist eine innere Ruhe. Weil ich dort nichts tun, niemand mehr sein muss.

Wer einen Garten hat, braucht keinen Urlaub

Natürlich bedeutet ein eigener Garten auch Arbeit. Wie viel Zeit mensch jedoch in Unkrautzupfen und anspruchsvolle Pflanzen investiert, bleibt jeder/m selbst überlassen. Und auch ein Urlaub ist mit Arbeit verbunden, bei der Planung schon und bei An- und Abreise, und dann will mensch ja auch nicht nur am Pool liegen, wenn er/sie schon so viel gezahlt hat.

Da mache ich lieber meine kleinen Auszeiten im Garten (oder auf dem Balkon), vergesse jeden Monat für ein paar Tage oder auch nur Stunden die Welt, anstatt meinen ökologischen Fußabdruck, meinen Stresslevel und meine Geldprobleme durch einen großen Jahresurlaub zu strapazieren.

Und was macht ihr so? Hauptsache ihr
lest! schreibt! lebt!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s