Allgemein

Wolkenbruch

unaufgeräumter Schreibtisch mit Tastatur, Teetopf, Tasse, Stiften

Mama hatte uns noch gewarnt, es solle Gewitter geben. Wir wollten ja nicht hören.

Und jetzt standen Susi und ich hier in unseren Badeanzügen im strömenden Regen. Auch unsere Handtücher waren völlig durchnässt. Der Bademeister schimpfte, niemand dürfe ins Wasser gehen, irgendwas wegen den Blitzen. Aber wir passten nicht alle in die Umkleidekabinen.

Susi weinte und zog in Richtung der Bäume Aber ich hatte mal gehört, bei Gewitter solle man sich von Bäumen fernhalten.

Ich hatte auch Angst, aber ich war die große Schwester, ich hatte versprochen auf Susi aufzupassen.

„Wo sind denn eure Eltern?“, fragte uns ein fremder Mann. Das ist gruselig Ich zog Susi schnell an der Hand mit zum Ausgang. Alles war nass, so konnten wir doch nicht in die Straßenbahn.

Es donnerte wieder, Susi klammerte sich jetzt mit beiden Händen an mir fest. Wo sollten wir nur hin? Ob wenigstens die Klamotten im Rucksack noch trocken waren?

Da hörte ich meinen Namen und drehte mich um. Rebecca aus meiner Klasse lief auf mich zu. „Seid ihr alleine hier? sollen wir euch im Auto mitnehmen?“

Gott sei Dank, dass sie gerade jetzt hier war.

*

Ihre Mutter hatte sie noch gewarnt gehabt, es sollte Gewitter geben. Doch Janine und Susi hatten ja nicht hören wollen.

Jetzt standen die Schwestern in ihren Badeanzügen im strömenden Regen, auch ihre Handtücher waren völlig durchnässt. Der Bademeister schimpfte, niemand dürfe ins Wasser gehen, es bestünde Blitzschlaggefahr. Die Umkleidekabinen waren schon voller Menschen, Janine und Susi passten nicht mehr hinein.

Susi weinte und zog zu den Bäumen. Janine hielt sie zurück. Irgendwo hatte sie mal gehört, man solle sich bei Gewitter von Bäumen fernhalten.

Auch Janine hatte Angst, aber sie riss sich zusammen. Sie war die große Schwester, sie hatte versprochen, auf Susi aufzupassen.

„Wo sind denn eure Eltern?“, fragte ein Junger Mann die beiden Mädchen. Janine zog Susi schnell an der Hand zum Ausgang, ohne zu antworten. Sie waren mit der Straßenbahn hergekommen, aber jetzt waren sie so nass.

Es donnerte wieder. Susi klammerte sich jetzt mit beiden Händen an ihrer Schwester fest, aber die wusste auch nicht, wo sie jetzt hin sollten. Ob wenigstens die Klamotten im Rucksack noch trocken waren?

Da rief jemand Janines Namen und Janine drehte sich um. Es war Rebecca aus ihrer Klasse. Sie lief auf die Schwestern zu.

„Seid ihr alleine hier? Sollen wir euch im Auto mitnehmen?“

Janine war noch nie so froh gewesen, ihre Klassenkameradin zu sehen.

***

Wer nicht hören will, muss fühlen.

Das mussten auch Janine und Susi erfahren, als sie entgegen den Ratschlägen ihrer Mutter bei Gewittergefahr ins Freibad gefahren sind..

Die elfjährige Janine ärgerte sich über sich selbst, während die achtjährige Susi einfach nur Angst hatte. Sie trugen immer noch ihre Badeanzüge, auch ihre Handtücher waren vom Regen völlig durchnässt. Der Bademeister Paul schrie gegen seine Halsschmerzen an. Wäre er doch bloß zu Hause geblieben – auch er hatte nicht hören wollen, in seinem Fall auf den eigenen Körper. Und jetzt musste er aufpassen, dass niemand zu nah an die Becken ging, was gar nicht so einfach war. Vor allem diese Teenager sollten die Gefahr von Elektrizität und Wasser doch kennen. Aber wenn heute jemand am Blitzschlag starb, würde man das Paul vorwerfen. Manchmal hasste er seinen Beruf.

In den Umkleidekabinen legte sich von den vielen nassen, heißen Menschen Nebel auf Wände und Böden. Fremde redeten auf einmal miteinander, es wurde gelacht. Draußen war die Stimmung nicht so gut. Die kleine Susi weinte und versuchte, ihre Schwester zu den großen Bäumen auf der Liegeweise zu ziehen, doch Janine hatte im Unterricht aufgepasst. Bei Gewitter niemals unter Bäume stellen. Nur – wohin sonst? Auch sie hatte Angst, aber ihre Mutter erwartete, dass sie auf ihre kleine Schwester aufpasste.

Axel, der seinen Sohn schon zum Auto gebracht hatte, als diesem einfiel, dass er sein aufblasbares Krokodil vergessen hatte, sprach die verängstigten Mädchen an. „Wo sind denn eure Eltern?“ Janine zog Susi weiter, ohne zu antworten, und Axel zuckte mit den Schultern und ging zu seinem Auto zurück.

Die Mädchen wollten zur Straßenbahn, aber die nasse Kleidung war Janine peinlich, sie dachte gerade darüber nach, ob die Kleidung in den Rucksäcken wohl noch trocken war, als ein anderes Mädchen ihre nasse Frisur erkannte.

„Das ist doch Janine aus meiner Klasse“, dachte sich Rebecca und lief auf sie zu. „Janine und ihre Schwester sind bestimmt mit der Straßenbahn da, ihre Mutter hat ja nie Zeit. Vielleicht können wir die beiden nach Hause fahren, dann kann Janine das nächste Mal nicht wieder Nein sagen, wenn ich ihre Hausaufgaben abschreiben will.“

Rebecca rief Janines Namen und diese drehte sich um. Sie sah mehr als erleichtert aus. „Sollen wir dich mitnehmen?“, fragte Rebecca und Janine war noch nie so froh, sie zu sehen.

Aufgabe: Eine Szene einmal aus der Ich-, einmal aus der personalen und einmal aus der auktorialen Perspektive beschreiben.

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