Tagespolitisches

Blogparade “Frieden”

Aquarellmalerei eines Sonnenuntergangs mit einem Wahrzeichen im Vordergrund und Bäumen im Silhouettenstil.

Ein wunderschönes Thema hat sich Lydia Gajewski mit ihrer Blogparade “Frieden” ausgesucht. Hier meine ungefilterten Gedanken dazu.

Frieden ist, einfach hier mit euch sitzen, euch zuhören, wie ihr von eurem Leben erzählt. Euch schreiben zu lassen, ohne zu widersprechen. Euch ihr sein zu lassen.

Und ihr lasst mich ich sein.

Wir kommen aus verschiedenen Welten und verschiedenen Generationen. Vielleicht versteht ihr nicht, was es mir bedeutet, keine Frau zu sein. Ein Mann auch nicht. Das ist selbst in meiner Generation schwierig, wir sind anders aufgewachsen. Auch ich habe gelernt, es gibt nur Jungs und Mädchen. Und mich.

Vielleicht verstehe ich nicht, wie es war, als plötzlich eine Weltordnung zerbrach, als später eine neue an ihre Stelle trat.

Vielleicht verstehen wir einander nicht. Und das akzeptieren wir.

Das ist Frieden.

Ich verstehe auch nicht, wie es ist, wenn Bomben auf mein Haus fallen. Aber ich verstehe, wie es ist, Angst zu haben. Ich habe oft Angst (gehabt). Und im Frieden zwischen uns kann ich akzeptieren, dass wir verschieden sind. Ich kann euch zuhören und ein bisschen verstehen lernen.

Ich werde niemals verstehen, wie es ist, eine Katze zu sein. Aber ich weiß, wie es ist, Schmerzen zu haben. Also werde ich niemals einem Tier weh tun. Denn ich weiß, dass sie Schmerzen fühlen. So verschieden sind wir dann doch wieder nicht.

Mir zu sagen, dass Frauen Kinder bekommen müssen, sonst seien sie nichts wert. In meiner Gegenwart zu sagen, dass psychisch Kranke eigentlich nur faul sind. Ein nicht passendes T-Shirt zu kaufen, weil es „ja nur 5 Euro kostet“. Das ist ein Teil vom Krieg.

60 Stunden in der Woche zu arbeiten, auch wenn der Körper rebelliert. Plastikzeug kaufen, das wir nicht brauchen, weil Kaufen glücklich macht. Das Kind anschreien, das einfach nur Kind sein will.

Wir führen permanent Krieg. Gegen uns selber, gegen unsere Familien, gegen die Menschheit, gegen den Planeten.

Einen Schritt zurücktreten. Abwarten. Zuhören. Mitfühlen. Das ist Frieden.

Ein Kommentar zu „Blogparade “Frieden”

  1. Hallo Cora,
    ich lese Deinen Text und bin berührt von dem Frieden, den Deine Beschreibung über friedvolles Verhalten in mir wachruft. Und erschüttert vom Schmerz bei der Erkenntnis, dass wir eigentlich ständig Krieg im Kleinen führen. Gegen uns selbst – und alle/s andere/n.
    Du hast gerade meinen Horizont erweitert …

    Ich bin Dir sehr dankbar für Deine Sicht und dass Du sie mit uns teilst.
    Ich bin stolz darauf, Deinen Beitrag in meiner Blogparade zu haben.
    Alles Liebe
    Lydia

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