Schreibmenschen

Funkenflug

Geht es uns nicht allen so, dass wir schwanken zwischen dem Wunsch, anerkannt zu werden, und dem Drang, wir selbst zu bleiben? Wunderbar poetisch beschreibt socopuk in diesem Text die Folgen eines veröffentlichten Textes im Blogger und erreicht damit – vermute ich – genau das, was sie im Text wünscht: trotz aller Bestätigung durch den Leser die Eigenständigkeit im Schreiben zu behalten.
Schreiben befreit! In diesem Sinne: Lest! Schreibt! Lebt!

socopuk

Die Funken des Alltags fallen in mich hinein. Manche erlöschen, manche glimmen leise vor sich hin, manche lodern auf und werden zu Wörtern und Sätzen. Ich gebe mich dem rauschenden Sog der sich aneinanderreihenden Buchstaben hin und lasse mich überraschen, wohin sie mich führen, welche Antworten und Fragen mir begegnen, welche Landschaften ich entdecke, wo und wie mein Weg verläuft. Ich spüre genau, wann ich angekommen bin, es ist ein rundes Gefühl, wie ein Ring aus Metall der exakt schließt. Ich lasse die letzten Worte in mir nachklingen und lausche ihrem Echo.

Und dann schicke ich meinen Text los. Er schwebt durch die digitale Wolke, schwerelos lässt er sich von Algorithmenthermiken tragen, wird von Schlagwortböen weitergetrieben und hineingeweht in offene Browserfenster und einatmende Köpfe.

Mein Funke fällt in sie hinein, erlischt oder glimmt oder lodert auf, erzeugt Sternchen und Follows und Kommentare und Spuren in meiner Statistikanzeige. Ich fühle mich…

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