Lyrikfreitag

Und die Sonne lacht sich tot

Sie steht vor den Scherben ihres Lebens
Tritt mutig hinein
Und schneidet sich die Füße auf

Vom Berg der Scherben
Lacht sie hinab
Und Tränen brechen aus unbekannten Quellen
Nähren salzige Gebirgsbäche
Und ein unerbittliches Meer wird geboren
Mal wieder

Und die Sonne lacht die Welt aus

Mit unechtem Blei
Schießt sie belanglose Worte
Auf ein kariertes Blatt Papier
Gedankenscherben
Die in der Asche einiger Träume glitzern

Brennt Gefühle in die Haut
Die sie nicht fühlen kann
Um nie zu vergessen
Dass sie ein Mensch war
Irgendwann
Vor ihrer Geburt

Wünscht den Tod herbei
Schmeißt ihn wieder raus
Um noch weiter in Scherben zu treten
Und ein Dorn im Auge der Menschheit zu sein

Und die Sonne lacht von einem blauen Himmel
Über wen denn nur ?
Auf die Welt herunter

Sie beißt kräftig ins Leben
Verschluckt sich und hustet
Spuckt Blut
Und spielt Mensch

Erfüllt Wünsche
Die niemand hatte
Verteilt Zukunft wie Taschentücher
Kurbelt die Wirtschaft an
Mit ihrem Fleisch und Blut
Und spielt Gott

Setzt Kinder in die Welt
Oder tötet sie noch vor der Geburt
Zettelt einen Krieg an
Oder zwei
Verschwendet Strom und Tränen
Führt eine große Firma
Produziert in Indien
Und spielt Teufel

Malt lachende Gesichter an graue Häuserwände
Jongliert im Regen
Singt in den Straßen
Verschenkt ihr Wissen und ihr Geld
Steigt einfach aus
Und spielt sich selbst

Und die Sonne lacht sich tot

(10.2010)

Ein Kommentar zu „Und die Sonne lacht sich tot

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