Lyrikfreitag

Freiheit

Wiedermal hängen geblieben
Mit den Zehen am Bordstein
Mit den Augen hinter Köpfen
Die mich nicht ansehen
Verhakt
Und lang hingeschlagen
Gescheitert
Was nun ?
Etwas geht zu Ende und etwas Neues beginnt
Wenn ich Glück habe
Es geht immer irgendwie weiter
Nur ich bleibe liegen
Mit der Nase in einer Pfütze
Hallo Ameise
Und wie geht es dir so ?
Müde
Vom Gewinnen
Mit dem Abschluss in der Hand
Bleibt das Gefühl von
Unfertigkeit
Aus wie vielen Worten besteht die Welt ?
Wie kann ich sie alle einfangen ?
Festhalten ?
Verstehen gar ?
Alle meine Meister lassen mich allein
Wenn ich an der Kreuzung stehe
Und weiter gehen muss
Nur
Wohin ?
Ein Blick und keine Antwort
Ich weiß nicht, wohin dieser Weg mich führt
Oder jener
Hängen geblieben
Mit den Zehen am Bordstein
Um nicht entscheiden zu müssen
Wie es weiter geht
Heute nicht
Doch morgen vielleicht
Oder übermorgen
Heute bleibe ich hier
Verfolge eine Ameise
Und warte, dass die Welt zu mir spricht
Ein Wort nur
Ein kleines Zeichen
Aber bitte
Nicht ich allein
Im jugendlichen Leichtsinn
Renne ich rastlos ins Meer
Und ertrinke
Hängen geblieben
An Muscheln und Korallen
Und immer noch am Leben
Trotz allem und jedem
Trotz mir
Mir selbst zum Trotz
Und als Klotz am Bein
Irgendwo dazwischen
Wo die Geister hausen
Wo man hängen bleibt
An vergangenen Schmerzen
Die längst nicht mehr weh tun
Und noch nicht vergessen sind
Irgendwo dazwischen
Im Niemandsland der Menschheit
Wo die Uhren stehen geblieben sind
Und endlich Ruhe finden
Keine Zeit
Wenn Gestern und Morgen eins ist
Kannst du nichts mehr verlieren

(08-2015)

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