Lyrikfreitag

Apfelrhetorik

Sie ist so gierig nach Horizont
Nach weiter
Immer weiter
Gierig nach Sommerregen und Regenbogen
Herbstlaub und
Kerzenlicht
Weihnachtsbaum
Schnee
Krokus und Frühlingserwachen
Sie atmet Schmetterlinge
Ein und aus
Malt mit Licht Worte
Lila und schwarz
In Novembernebel
Apfelrhetorik
Frisch und grün und sauer
Apfelblütenharmonik
Und
Hass auf die Welt
Auf einem Floß aus Gänseblümchen
Rudert sie über ein Meer aus Tränen
Begegnet Zwergen und Kobolden
Und wirft die Träume über Bord
Sie ist so gierig nach
Neuanfang
Wiedergeburt und
Jahreswechsel
Nach Welten aus Tinte
Wahlweise Klang
Wahlweise Schneckenspuren auf nassem Asphalt
Geht in der Geheimnisfabrik ein und aus
Mit nackten Füßen
Und sanftem Schritt
Keine Wunder zu zertreten
Die auf dem Boden liegen
Einfach so
Als hätte sich jemand etwas dabei gedacht
Und Gott zwinkert ihr zu
Wenn sie zum Himmel aufsieht
Und Sterne zu Wahrheiten verbindet
Sie ist so gierig nach Rätseln
Ameisenstraßen und
Amselgesang
Und selbst wenn sie nicht mehr singen kann
Wird sie niemals schweigen

(10.2010)

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