Tagespolitisches

48 Stunden Woche oder Killing ourselves to live

Legt euch mal in die Sonne …

Wie verbringt ihr so eure Woche?

Ich habe kürzlich den Fehler begangen, die wöchentlichen Arbeitsstunden meiner verschiedenen Jobs zusammenzurechnen, inklusive Lehrerfortbildung und eingeplanter Vorbereitungszeit. Ich kam auf achtundvierzig. Und da waren der Blog noch gar nicht eingerechnet oder der Roman, Haushalt nicht und Sport, Beziehung, Familie, Freunde. Wie viele Stunden hat so eine Wochen eigentlich?

Erwachsenenbildung, Schule, Backen, Bloggen, Korrigieren, Romanschreiben, Rudern, …

Schon der Gedanke an diese Stunden stresst mich, schon Montagmorgen nach einem Wochenende auf der Couch bin ich überarbeitet. Obwohl es fiktive Zeiten sind. Meine Vorbereitung mache ich oft schon in der Stunde davor oder unter der Dusche, beim Abwaschen, vor dem Einschlafen, in der Straßenbahn. Wenn mein Kopf nicht anderweitig beschäftigt ist, denkt er an den Unterricht. Oder den Roman.

Die eingesparte Schreibtischzeit nutze ich zum Schreiben. Und die Pause zwischen den Lehrveranstaltungen. Die leere Zeit, wenn meine SchülerInnen konzentriert arbeiten.

Killing ourselves to live. Killing ourselves to make a living. Keine meiner vielen Arbeitsstunden kann ich aufgeben. Mit den einen verdiene ich Geld – und wenn ich schon Geld dafür bekomme, muss ich es doch auch so gut wie möglich machen. Mit dem anderen möchte ich in Zukunft einmal Geld verdienen. Und darauf zu verzichten, würde mich krank machen. Wortwörtlich. Verzicht auf Sport den Körper, Verzicht auf Schreiben den Geist, Verzicht auf Beziehungen die Seele.

Mehr als eine Leidenschaft

Wie begrenze ich meine Arbeitszeit, wenn ich das alles auch noch gern mache? Ich hätte es niemals erwartet, aber ich gehe wirklich gerne in die Schule. Und Dienst nach Vorschrift sollte wirklich kein Lehrer machen.

Die Kunst geht vor, würde mein altes Ich sagen. Geringerer Verdienst ist in Ordnung. Ich brauche doch nicht viel.

Aber – ich bin nicht mehr neunzehn.
Faire, nachhaltige Produkte sind (berechtigterweise) teuer.
Ich habe einen Haufen Bafög-Schulden.
Und am Ende des Monats noch Geld übrig zu haben, fühlt sich zur Abwechslung mal ganz gut an.

Frohes neues Jahr!

Also, arbeitsreiches 2019. Bau mir hin und wieder Ruheinseln ein. Lass mich Ferien hindurch schreiben, um die Schule für ein paar Tage zu vergessen. Und den Blog ignorieren, um den besten Unterricht zu geben, den ich nur geben kann. Ich gebe mein Bestes den Überblick nicht zu verlieren.

Und ihr lieben LeserInnen da draußen, die ihr immer wieder auf versprochene Beiträge warten müsst (sie kommen, so der Gott unserer Zeit – der Terminkalender – es will), auch euch wünsche ich ein kraftvolles und produktives 2019, je nachdem, wie ihr es braucht und wollt.

Seid nachsichtig mit mir, seid nachsichtig mit euch, und
lest! schreibt! lebt!

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