Almost an Adult

Almost an Adult 25.31

Figur, die davon fliegenden Ballons hinterher läuft

Seit Freitag bin ich jetzt offiziell arbeitslos. Den Juli über war ich noch angestellt und hatte Ferien – ergo nichts mehr zu tun. Und habe die Zeit schon genutzt, mein erstes Lektorat zu bearbeiten. Einen neuen Auftrag habe ich noch nicht, auch wenn ich natürlich danach suche. Selbst die Steuer habe ich im Juli noch fertigbekommen.

Und nun?

Erwerbs-, nicht arbeitslos

Pünktlich zum Beginn meiner Arbeitslosigkeit bin ich am Freitag erstmal um 6 Uhr aufgestanden – obwohl mir das eigentlich total schwerfällt. Aber ich kann nicht nichts tun, das habe ich nie gelernt.

Dass ich jetzt Zeit hätte, mich auszuruhen, darüber haben wir in der Therapie gesprochen. Zeit, meine Freiberuflichkeit gründlich vorzubereiten, anstatt mich direkt reinzustürzen und wieder zu überarbeiten. Zeit, mich um mich und meine mentale Gesundheit zu kümmern.

Ich nutze die Zeit, um die Wohnung von oben bis unten zu putzen, Bücher zu lesen, die schon lange ungelesen herumliegen, den Garten zu versorgen – wenn es gerade nicht regnet. Ja, auch um zu meditieren und eine selbstfürsorgliche Morgenroutine zu etablieren, um wieder regelmäßig laufen zu gehen und immer mal wieder nach innen zu horchen, wie es mir gerade geht.

Es fällt mir schwer.

Keine Aufgabe, kein Selbstwert

Zum Glück habe ich ja diesen Blog, Instagram und Patreon, die regelmäßig mit Content versorgt werden wollen. Jede Form der Sichtbarkeit schafft auch Sichtbarkeit dafür, dass ich jetzt Lektorat anbiete. Und davon ab nächstem Jahr gerne auch leben können möchte. Du hast nicht zufällig ein Manuskript rumliegen? Ich verspreche, ich bin gut in dem, was ich tue.

Nur nicht im Leben. Ich schwanke zwischen „wozu überhaupt irgendwas tun, wenn ich keine Deadline habe“ und „alles jetzt auf einmal tun, damit ich damit fertig bin, wenn ich wieder eine Deadline habe“. Ich plane meine Freiberuflichkeit mit „Ein gutes Projekt“ und lese, dass mensch nur 3 Stunden am Tag wirklich konzentriert arbeiten kann.

So ein Quatsch, ich habe doch schon 4 Stunden am Tag lektoriert!

Und mich damit schlecht gefühlt, weil andere Menschen 8 Stunden am Tag arbeiten. Aber anscheinend nicht mit voller Konzentration. Konzentration ist ja auch nicht für jede Tätigkeit wirklich notwendig, für ein Lektorat dagegen schon. Ich muss wirklich auf mich aufpassen, mir eine geringe tägliche Stundenzahl zu erlauben.

Hustle baby

Zumal zur Freiberuflichkeit ja auch noch so viele andere Tätigkeiten gehören. E-mails und Rechnungen schreiben, mein Angebot bewerben, mit Kund*innen telefonieren. Immer für einen aufgeräumten Schreibtisch sorgen. Daneben dann meine Bilder, meine eigenen Manuskripte, hoffentlich auch wieder Schreibworkshops. Abwechslung wird es genug geben.

Es ist aufregend und ich bin voll motiviert. Und ich habe Angst, weshalb die Depression jeden Morgen fragt: „Wollen wir nicht lieber im Bett bleiben? Wenn wir nichts machen, können wir auch nichts falsch machen.“ Nein, wollen wir nicht. Ich bin irgendwie, sowas wie fast erwachsen. Und endlich mache ich etwas, für das mein wirrer Geschichten- und Gefühlekopf genau richtig ist. Also los geht’s!

Am 10.09. eröffnet übrigens meine erste Ausstellung in Magdeburg! Aber dazu bald mehr.

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