Schreibmenschen

10 Gründe, warum ich schreibe 9

  1. Gewohnheit
  2. Loswerden
  3. Ausdruck
  4. Sicherheit
  5. Narzissmus
  6. Rückzug
  7. Geld verdienen
  8. Menschen bewegen
  9. Lernen

Eigentlich lese ich ja lieber als zu schreiben. Ich lese lieber als irgendetwas. Aber mit Lesen allein kann man kein Leben verbringen. Und wenn ich schreibe, ist jedes Lesen Recherche. Ich lese einen guten Thriller und lerne, wie man Spannung aufbaut. Ich lese einen russischen Klassiker und lerne etwas über die Kultur der Sowjetunion. Ich lese und lese und baue meinen Wortschatz aus. Und auch Fernsehserien werden so von der Zeitverschwendung zur Recherche. Was habe ich nicht schon alles bei Netflix über Spannung gelernt – denn wenn die Serien nicht spannend wären, würde ich sie ja ausschalten und endlich mal wieder schreiben.

Und auch durch das Schreiben lerne ich. Allein durch das Planen meines aktuellen Romanprojektes habe ich gelernt, dass der Beruf „Künstler“ mehr beinhaltet als Kunst zu schaffen, zu schreiben, zu malen, zu performen. Es bedeutet auch, sich zu vermarkten, mit anderen zusammen zu arbeiten, konsequent am Ball zu bleiben. Und diese Erkenntnis kann ich dann gleich wieder auf das Schreiben anwenden.

Manchmal muss ich eine meiner Figuren etwas echt blödes machen lassen, um zu erkennen, dass es blöd ist, oder ich übernehme in einer Geschichte die Perspektive eines Menschen, über den ich mich gerade ärgere, und erkenne, dass ich keinen Grund habe, mich zu ärgern.

Beim Schreiben versuche ich immer, jede meiner Figuren zu verstehen, etwas, was wir im Leben viel zu selten versuchen. Ich betrachte nicht nur, wie sie handeln, sondern auch, warum sie so handeln (und möglichst nicht nur, weil ich dieses Verhalten gerade brauche, um meine Geschichte voranzutreiben). Ich erkenne, dass jeder Mensch eine Geschichte hat und kein Verhalten unbegründet ist. Das macht mich sehr viel nachsichtiger mit den Menschen um mich herum. Natürlich muss ich dadurch nicht alles gutheißen, was andere tun. Aber ich verurteile es auch nicht, ohne nach den Hintergründen zu fragen. Ich versuche eher, Verhalten zu ändern, als es zu bestrafen.

Und durch das Wechselspiel zwischen erlebten, gelesenen und selbst geschriebenen Geschichten möchte ich weiter lernen, denn jede Veränderung meiner Welt beginnt bei mir und wie sollte ich von anderen verlangen, ihren Blickwinkel zu ändern, wenn ich selbst nicht dafür bereit bin. Also erzählt mir eure Geschichten – nur in seinen eigenen Welten zu schwelgen hat noch niemanden weiter gebracht.

10 Gründe, warum ich schreibe 10

Ein Kommentar zu „10 Gründe, warum ich schreibe 9

  1. Hat dies auf Schreiben beflügelt ! rebloggt und kommentierte:
    Als Auftakt zum neuen Jahr 10 gute Gründe zu schreiben. Heute beleuchtet der Blogartikel von „metallstiftwunden“ , wie das Wechselspiel zwischen erlebten, gelesenen und selbst geschriebenen Geschichten das Verständnis für Menschen erhöht und zum lernen führt… liebe Grüße von Sudi, die Euch im neuen Jahr Erfolg im unkonventionellen Sinne wünscht – Schaffensfreude und kreative Purzelbäume!

    Gefällt 1 Person

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